Veröffentlichung des Abschlussberichts zu branchenübergreifenden Beteiligungs- und Kooperationsformaten zur Etablierung der Wasserstoffökonomie

Durch die Energiewende hat die Notwendigkeit für zusätzliche Speicherkapazitäten für überschüssigen Wind- und Sonnenstrom zugenommen. Die Umwandlung von regenerativ erzeugtem Strom mittels Elektrolyse zu Wasserstoff bietet sich als Speicherverfahren an. Gleichzeitig entsteht aus der Nutzung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie die Möglichkeit, bislang alleinstehende Systeme wie Strom, Wärme, Verkehr und stoffliche Nutzung von Wasserstoff miteinander zu verknüpfen und neue branchenübergreifende Kooperationen zu etablieren.

 

 

Im Rahmen dieses Arbeitspaketes wurden in zwei Fallstudien Beteiligungs- und Kooperationsformate identifiziert, mit denen derzeit in der Praxis versucht wird, Wasserstoff als übergreifenden Energieträger zu nutzen. 

In beiden Fallstudien wurden verschiedene soziale, finanzielle und institutionelle Kooperationsformate vertiefend untersucht und Erfahrungen herausgearbeitet, die auf andere Regionen in Deutschland übertragen werden können. Darüber hinaus wurden die Analysen der Autoren durch branchennahe Themenexperten abgerundet.

 

Ausgewählte Ergebnisse:

  • Für die Analyse, welche Formate der Beteiligung und Kooperation bei der Verwendung von Wasserstofftechnologie in der Praxis genutzt werden, wurden das Hybridkraftwerk Prenzlau und das Audi e-gas-Projekt ausgewählt. Darüber hinaus wurden acht Interviews mit Branchenexperten geführt.
  • Die meisten aktuell in Deutschland laufenden bzw. geplanten Power-to-Gas-Projekte sind reine Demonstrationsprojekte, in denen die Unternehmen zeigen wollen, dass die Nutzung von Erneuerbaren Energien für die Erzeugung von regenerativem Wasserstoff oder Methan technisch funktioniert. 
  • In den Fallstudien konnten Beispiele für funktionierende Kooperationen sowie unterstützende Formate wie Aufpreisbereitschaft & Kundenbeziehung gefunden werden. Direkte finanzielle Beteiligungsformate werden aktuell nicht umgesetzt, da es keine wirtschaftlich tragfähigen Geschäftsmodelle gibt. Öffentliche Fördermittel sind erheblich. Erste soziale Beteiligungsformate sind im Entstehen. 
  • In der frühen Innovationsphase der Nutzung der Wasserstofftechnologie sind branchenübergreifende Kooperationen wichtig, um das technische, regulative und wirtschaftliche Know-How zu teilen und das finanzielle Risiko zu minimieren. 

  • Unternehmen testen Geschäftsmodelle mit Aufpreisbereitschaft, um die Marktoffenheit für Wasserstoffprodukte zu prüfen. 

  • Erste Wasserstoffprodukte bzw. -nebenprodukte lassen sich bereits heute verkaufen. Die Suche nach verschiedenen Absatzmärkten motiviert die Unternehmen auf branchenübergreifende Synergien zu achten.
  • Auf Grund der Vielzahl der Akteure in der Wasserstoffökonomie sind auch zukünftig übergreifende koordinierende Stellen wie die NOW, CEP und performing energy notwendig. Sie fördern den Wissenstransfer und die Innovationsgeschwindigkeit.

 

 

Mehr Infos zum Arbeitspaket finden Sie unter AP4.

Für die detaillierten Ergebnisse bieten wir hier den Abschlussbericht zum Download an. 

 

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Abschlussbericht AP 4: Identifizierung und Bewertung neuer Beteiligungs- und Kooperationsformate
20160412_Abschlussbericht_AP4_HyTrustPlu
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