Pressemitteilung: Projektabschluss HyTrustPlus

 

Berlin, 19. Januar 2017: Wasserstoff und Brennstoffzellen können Schlüsseltechnologien einer post-fossilen, sektorgekoppelten Energiewirtschaft sein, ob als Energiespeicher für Erneuerbare Energien, als emissionsarme Lösung für die Wärmeversorgung oder für die nachhaltige Gestaltung des Verkehrssektors. Die Ausgestaltung einer möglichen Wasserstoffökonomie, vorhandene Rahmenbedingungen und die gesellschaftliche Akzeptanz waren Forschungsgegenstand des im Rahmen des Nationalen Innovationsprogrammes Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) geförderten Projektes HyTrustPlus.

 

Das Projekt „HyTrustPlus – Wasserstoffökonomie als Gesellschaftsprojekt“ (01.09.2014 – 31.12.2016) identifizierte und untersuchte Konzepte, Prozesse sowie die Ideen und Positionen einer Vielzahl von Akteurinnen und Akteure, welche zur Etablierung einer Wasserstoffökonomie beitragen können sowie ein Themenbewusstsein zur Wasserstoffmobilität und -ökonomie schaffen und Aufklärungsarbeit leisten können. Generell stützen und konkretisieren die Ergebnisse im Projekt HyTrustPlus die Ergebnisse des Vorgängerprojekts HyTrust (2009-2013): 

  • Grüner Wasserstoff kann ein gesellschaftlich akzeptierter und wichtiger Baustein der Energiewende sein. 
  • Konzepte der Wasserstoffökonomie auf regenerativer Basis haben das Potenzial, im Diskurs zur Energieversorgung von morgen breit zu überzeugen. 

Voraussetzung ist allerdings, dass der Wasserstoff von Beginn an aus Erneuerbaren Energien produziert wird und die Energie für alle bezahlbar bleibt. Eine staatliche Förderung einer grünen Wasserstoffwirtschaft wird klar befürwortet. Auf Seiten der bereits in der Wasserstoffökonomie aktiven Akteurinnen und Akteure, Unternehmen, Kommunen oder auch Einzelpersonen ist auch Konsens, dass in der frühen Innovationsphase der Nutzung der Wasserstofftechnologie branchenübergreifende Kooperationen wichtig sind, um das technische, regulative und wirtschaftliche Know-How zu teilen und das finanzielle Risiko zu minimieren.

 

In den 8 Teilprojekten des Projekts wurde deutlich: Der am Thema Wasserstoff im Strom-, Mobilitäts- und Wärmebereich interessierten Nachfrageseite fehlt es insbesondere an konkreten und transparent aufbereiteten Informationen zu Technologieeigenschaften, verfügbaren Produkten, Kosten, Anwendungsfeldern und Ansprechpartnern, um die vorhandene Einstellungsakzeptanz gegenüber Wasserstoff in eine Handlungsakzeptanz  zu überführen. Das Thema Wasserstoff und Brennstoffzellen sowie die Aktivitäten der „Wasserstoff-Community“ sind zu wenig sichtbar im Alltag der Energiewende und für breite Bevölkerungsschichten in Deutschland. Ebenso werden die bestehenden politischen, rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen (u.a. Gesetzgebung) und die aktuellen Kostenstrukturen als hinderlich für die Realisierung einer Wasserstoffökonomie gesehen. Für Regionen hat sich Wasserstoff dennoch generell als ein geeigneter Baustein zur Realisierung der eigenen Energie- und Klimaschutzziele gezeigt. Da die Umsetzung der Energiewende größtenteils auf regionaler bzw. lokaler Ebene erfolgt, ist die Einbindung von Kommunen und Regionen von besonderer Bedeutung. Im Zuge von Strategiedialogen in der Region Steinfurt wurde zum einen das Positionspapier „DIE STEINFURTER FLEXKRAFTWERKE - Positionspapier der regionalen Akteure aus dem Kreis Steinfurt“ sowie die übergreifende Konzeptstudie „DIE STEINFURTER FLEXKRAFTWERKE – eine Region realisiert die Energiewende“ verfasst, die Aufschluss über die Integration von Wasserstoff in die regionalen Aktivitäten der Energiewende geben.

Weitere Informationen und Ergebnisse finden sich hier.

 

Das Projekt HyTrustPlus wurde durch ein Konsortium - bestehend aus dem Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel GmbH (InnoZ), IFOK GmbH, re:member - Wandel mitgestalten, Spilett New Technologies GmbH und VKP engineering GmbH - bearbeitet.

Das Projekt wurde im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) beauftragt und von der Nationalen Organisation für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) koordiniert. 

 

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